Tourismus: Die Sommerfrische ist wieder da

Die Bilanz 2017 zeigt einen neuen Rekord bei den Nächtigungen im Sommertourismus, aber Luft nach oben bei der Wertschöpfung. Die Sparte kämpft indes um bessere Rahmenbedingungen.

Der Sommertourismus, lange ein Sorgenkind der Branche, setzt seinen Aufwärtstrend fort. Seit 2009 steigen die Nächtigungszahlen stetig – im vergangenen Sommer um zwei Prozent auf einen neuen Höchstwert von 21,2 Mio. – v.a. aufgrund der erhöhten Nachfrage deutscher und italienischer Gäste.

Über das gesamte Jahr wurde mit 47,7 Mio. Nächtigungen ebenfalls ein neuer Rekord geknackt. Damit ist der Sommer zwar noch einiges von den 26,5 Mio. Nächtigungen im Winter entfernt, die Entwicklung in Richtung Ganzjahrestourismus stimmt jedenfalls optimistisch. Erfreulich ist auch, dass bei den Nächtigungen an die starken Sommerjahre in den frühen Neunzigerjahren angeschlossen wurde – die gute, alte Sommerfrische ist wieder da.

Kürzere Aufenthaltsdauer

Trotzdem ist nicht alles Sonnenschein im Sommertourismus. Das betont auch der Obmann der Fachgruppe Gastronomie, Josef Hackl: „Millionen Nächtigungen mehr nützen uns nichts, wenn unter dem Strich kein wirtschaftlicher Erfolg übrigbleibt.“ Die Nächtigungen sind nur eine Messgröße – viel wichtiger ist die erzielte Wertschöpfung. Und da gibt es noch Sommer-Luft nach oben: Die Sommer-Aufenthaltsdauer hat gegenüber dem Vorjahr von 3,7 auf 3,6 Tage abgenommen, womit sich ein bekannter Trend fortsetzt. Kürzere Aufenthaltsdauer bedeutet aber weniger Wertschöpfung. Zudem liegt der Sommer mit 119 Euro Tagesausgaben der Gäste gegenüber dem Winter mit 155 Euro im Hintertreffen.

Um das vorhandene Potenzial zu heben, gilt es, sich verstärkt in Richtung Qualitätstourismus zu entwickeln sowie Investitionen in hochwertige Angebote und Premiumprodukte im Bergsommer weiter zu steigern, betont der oberste Touristiker Tirols, Landeshauptmann Günther Platter.

Belastungen reduzieren

Der Spartenobmann im Tourismus, Franz Hörl, bilanziert den heurigen Sommer mit gemischten Gefühlen: „Die Bilanz zeigt, dass wir als Gastgeber höchst erfolgreich sind. Zahlreiche Vorschriften und Belastungen machen es uns aber schwer, diesen Erfolg auch wirtschaftlich abzubilden.“ Daher setzt sich Hörl aktuell als Verhandler bei den Koalitionsgesprächen in Wien zum Thema Tourismus für eine Reduktion der Belastungen ein – u.a. bei der Rücknahme der Mehrwertsteuererhöhung auf Nächtigungen, bei der es positive Signale gibt. „Damit wollen wir die Rahmenbedingungen für die Branche nachhaltig verbessern.“

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