Olympia 2026: Die wirtschaftlichen Chancen eines „Ja“ für Tirol

Die wirtschaftlichen Effekte durch Olympia sind enorm: 970 Mio. Euro an zusätzlicher regionaler Wertschöpfung können in Tirol generiert werden, bis zu 11.300 Arbeitsplätze entstehen.

Ein klares und deutliches „Ja“ zu reduzierten, nachhaltigen Spielen in Innsbruck/Tirol sagten heute in Innsbruck WK-Präsident Jürgen Bodenseer, ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel, Helene Sengstschmid-Tunner, ehemalige Eiskunstläuferin und Teilnehmerin bei den Winterspielen 1964 in Innsbruck, und Olympia-Abfahrer und Weltmeister Harti Weirather.

„Wir können das“

„Wir können das“ ist die zentrale Botschaft des Tiroler WK-Präsidenten Jürgen Bodenseer. „Wir sind als Sport- und Tourismusland Nummer 1 sehr gut aufgestellt. Das Land Tirol hat seit Jahren ein ausgeglichenes Budget, keine neuen Schulden und wir sind zum Beispiel im öffentlichen Nahverkehr schon jetzt gut aufgestellt.“ Die Rahmenbedingungen stimmen, auch ist angesichts des konservativ veranschlagten Budgets und der zu erwartenden enormen wirtschaftlichen Effekte keinesfalls davon auszugehen, dass Tirol sich in Schulden stürzen würde.

Die „Nebenwirkungen“ sprechen ebenfalls für Olympia in Innsbruck/Tirol. „Wir brauchen günstige Startwohnungen für unsere jungen Familien und ich würde mir deshalb Wohnmöglichkeiten an drei Standorten in Innsbruck wünschen“, hält Bodenseer fest. Olympia 2026 soll auch die Initialzündung für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs im Land sein. „Die Weltmeisterschaften in St. Anton und Hochfilzen haben gezeigt, dass das mit öffentlichen Verkehrsmitteln geht.“ Für die Einheimischen, die Pendler und die Gäste muss sich Tirol bis 2026 noch mehr anstrengen.

Olympia und die wirtschaftlichen Effekte

„Die Spiele 2026 werden laut einer aktuellen Studie der GAW Wirtschaftsforschung allein in Tirol eine regionale Wertschöpfung in Höhe von 970 Mio. Euro auslösen“, erklärt ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel. Ausgelöst werden die wirtschaftlichen Effekte aus dem Budget, durch die Touristen und Tagesgäste, durch die vielen Akkreditierten und durch die Paralympics. „Und das verteilt sich auf ganz Tirol, vom Außerfern bis Osttirol, und auf alle Sektoren.“

Wirtschaftliche Effekte von Olympia 2026

Mennel bestätigt auch, dass es im IOC, dem Internationalen Olympischen Comité, zu einem großen Umdenken gekommen ist und man sich, spätestens mit der Doppelvergabe der Spiele an Paris und Los Angeles, endgültig vom Gigantismus der Vergangenheit verabschiedet. Mit dem IOC hat Tirol zuletzt im Rahmen der Jugendspiele 2012 beste Erfahrungen gemacht und seinen Beitrag für die Spiele nachträglich sogar aufgestockt.

Olympia und die Teuerung

Die Teuerung hatte in den 1970er Jahren nichts mit Olympia, sondern mit der hohen Inflation zu tun: 1976 lag die Inflation bei heute kaum mehr vorstellbaren 7,3 Prozent, 1974 sogar bei 9,5 Prozent. Die aktuelle Inflation beträgt 0,9 Prozent (Jahresdurchschnitt 2016). „Kein Wunder, dass man damals der Meinung war „alles wird teurer“ – und dieses Gefühl durch die ältere Generation bis heute überlebt hat. NUR: Die Inflation und die steigenden Preise hatten nichts mit Olympia zu tun; Ursache war der Ölschock 1973/74 und seine Auswirkungen“, stellt der WK-Präsident richtig.

Olympia und die Fragestellung

Das politische Kleingeld, das in der Debatte um die Fragestellung gemünzt wird, ist durchschaubar. „Gerade WEGEN der Fragestellung bindet sich die Politik selbst. Sie kann bei einer Zustimmung NUR nachhaltige, regional angepasste sowie wirtschaftlich und ökologisch vertretbare Spiele durchführen, sonst keine. Die Fragestellung ist eben gerade KEIN Blankoscheck, sondern eine ganz klare Vorgabe, was Land und Stadt zu tun hätten. Das jetzt vorzuwerfen ist reiner Populismus!“, erklärt Bodenseer.

Olympia und der Ursprung

Harti Weirather stand bei den letzten Spielen in Innsbruck noch nicht im Kader, hat aber dennoch beste Erinnerungen an die Spiele. „Die Stadt Innsbruck war am Tag der Herrenabfahrt leergefegt, wie ausgestorben. Alle haben sich die Abfahrt angeschaut. Ich werde das nie vergessen, so etwas hat es zuvor und wahrscheinlich auch danach nie wieder gegeben.“

Für Weirather ist klar, dass die Spiele zurück zum Ursprung müssen. „Wo gehören die Spiele hin: ins Herz der Alpen. Es wäre fahrlässig, wenn man nicht alles versuchen würde, diese Spiele zu bekommen“, sagt Weirather. In die bestehenden Sportstätten und den öffentlichen Nahverkehr müsse ohnehin investiert werden. „Olympia ist eine Chance, solche Dinge zu verändern!“

Aus Sicht des Sportvermarkters Harti Weirather ist der Werbewert der Spiele gar nicht zu beziffern. „Heute noch profitieren wir von den letzten Spielen. Das sind Milliarden und Abermilliarden von Kontakten. Das ist mit Werbung und PR gar nicht zu bezahlen.“

Olympia damals

Helene Sengstschmid-Tunner hat 1964 als Eiskunstläuferin an den Spielen in Innsbruck teilgenommen und wohnt heute im Oympischen Dorf. „Das war damals etwas ganz anderes als heute, die Spiele waren sehr einfach und reduziert und wir haben kaum etwas an Ausrüstung bekommen.“ Auch für Sengstschmid-Tunner ist die Zeit reif für neue, nachhaltige Spiele. „Ich halte gar nichts von dem Pompösen. Es gehören wieder ganz normale, minimale Spiele gemacht, die die Menschen wieder begeistern.“

Im Bild, v.r.: Peter Mennel (Generalsekretär ÖOC), WK-Präsident Jürgen Bodenseer, Helene Sengstschmid-Tunner (Olympia-Teilnehmerin 1964) und Abfahrsweltmeister und Sportvermarkter Harti Weirather.

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