Ohne Sozialpartnerschaft wird’s so richtig teuer

Volkswirtschaftliche Studien belegen: Die Sozialpartnerschaft rechnet sich – und ist für ein Drittel des Wirtschaftswachstums verantwortlich.

Bekanntlich fahren FPÖ und Neos einen aggressiven Kurs gegen die Sozialpartnerschaft und die automatische Mitgliedschaft in den Kammern. Eine Abschaffung der Pflichtmitgliedschaft würde die Kammer „rationeller und sparsamer“ machen, lautet eines der Mantras der Kammer-Jäger, das durch ständige Wiederholung auch nicht wahrer wird.

In einer umfassenden Studie untersuchte die Innsbrucker „Gesellschaft für angewandte Wirtschaftsforschung“ den positiven Einfluss der Sozialpartnerschaft auf den Standort. Das Team aus Wirtschaftswissenschaftlern nahm dafür die Auswirkungen auf einen der wichtigsten Faktoren, das Wachstum, unter die Lupe.

Sozialpartnerschaft bringt volkswirtschaftlichen Mehrwert

„Die Ergebnisse zeigen klar, dass die Sozialpartnerschaft in Österreich einen echten volkswirtschaftlichen Mehrwert bringt“, bringt Studienautor Stefan D. Haigner die zentrale Aussage auf den Punkt. Es zeigt sich, dass die Sozialpartnerschaft in Österreich für mehr als ein Drittel des Wirtschaftswachstums verantwortlich ist.

Die Studie untermauert die langjährige Forderung der Tiroler WK, mehr auf Privat als auf Staat zu setzen und die (in Österreich relativ hohe) Staatsquote zu senken. Die Untersuchung kommt nämlich zu folgendem eindeutigen Schluss: Je niedriger die Staatsquote ist, desto positiver sind die Auswirkungen der Sozialpartnerschaft. Präsident Jürgen Bodenseer sieht darin die Linie der WK bestätigt: „Wenn es endlich gelingt, den aufgeblasenen Staatsapparat in Österreich zu verschlanken, dann kann die Sozialpartnerschaft noch mehr zum Wirtschaftswachstum beitragen als das ohnehin schon der Fall ist.

Abschaffung führt zur Schwächung der Interessenvertretung

Wenn die Sozialpartner – wie wissenschaftlich belegt – ein Drittel des Wirtschaftswachstums auslösen, dann wäre es aus volkswirtschaftlicher Sicht höchst bedenklich, die Kammern zu schwächen.“ Eine ausgedünnte Sozialpartnerschaft würde – abgesehen von diesem massiven volkswirtschaftlichen Schaden – natürlich auch für die Betriebe unmittelbar spürbar werden: Eine Abschaffung einer breiten Mitgliedschaft führt auf der einen Seite zu einer Schwächung der Interessenvertretung – was eine schleichende Verschlechterung der Rahmenbedingungen für die Unternehmer bringen würde.

Zudem käme es zwangsläufig zu einer Einschränkung beim Serviceangebot, beispielsweise in der Rechtsberatung. Die notwendige Umstellung auf kostenpflichtige Kammerleistungen würde vor allem EPU sowie Klein- und Kleinstbetriebe treffen – also mehr als neun von zehn Betrieben.

Abgesehen davon setzt die WK längst auf Effizienz: Die bereits beschlossene dritte Kammerreform in Folge bringt den Mitgliedern nicht nur neue Services, sondern auch eine Beitragssenkung von 100 Millionen Euro – derartige Fakten lassen Kammer-Gegner stets unerwähnt. „Es lässt sich ganz einfach zusammenfassen: Eine solidarische Mitgliedschaft bedeutet minimale Kosten bei maximaler Leistung“, so Bodenseer.

1/3 des Wirtschaftswachstum kommt von der Sozialpartnerschaft

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