Leonhard Stock: „Irre, dass viele Tiroler Olympia ablehnen“

Leonhard Stock, Olympiasieger und Hotelier, versteht angesichts der Olympia-Diskussion die Welt nicht mehr und sagt im Interview mit wirtschaft.tirol: „Dass es im Wintersportland Tirol überhaupt Diskussionen gibt, finde ich einen Wahnsinn.“

INTERVIEW

wirtschaft.tirol: Ihr Haus heißt Olympia-Relax-Hotel Stock. Profitieren Sie nach wie vor von ihrem Olympiasieg im Jahr 1980?

Leonhard Stock: Klar ist der Name da und klar kennen den noch relativ viele Leute, speziell in Österreich. Der Name steht schon für etwas und Olympia wirkt.

Wie verfolgen Sie die aktuellen Diskussionen rund um die Olympiabewerbung Tirols?

Wenn man selber Olympiasieger ist, ist es ganz schwierig, Leute zu verstehen, die gegen Olympische Spiele sind. Die, die heute dagegen sind, wissen nicht, was die Leute 1964 und 1976 wirklich geschaffen haben. Sie haben einen Grundstein für Innsbruck gelegt. Dass es die Stadt werden konnte, die sie heute ist, liegt nicht am Goldenen Dachl. Innsbruck ist so geworden, weil die Spiele hier stattgefunden haben. Ich verstehe die Welt nicht, wenn man heute, wo wir alle Möglichkeiten und fast alle Sportstätten da hätten – dagegen sein kann, dass die Spiele hier stattfinden.

Apropos Sportstätten. Das Negative wird unter anderem an den Olympia-Skeletten aufgehängt, denen viel Natur geopfert wurde und die verfallen…

Es wird immer so sein, dass gewisse Sachen erst einmal gebaut werden und nicht mehr so genützt werden, wie sie genützt wurden. Bei uns ist das ja nicht der Fall. Dass wir als Wintersportland Tirol eine Diskussion führen müssen über Olympia ja oder nein – finde ich einen Wahnsinn. Ich finde es irre, dass ausgerechnet Tiroler das ablehnen können. Die sollen doch froh sein, eine solche Veranstaltung ins Land zu bekommen. Ich bin natürlich als Olympiasieger ein bissl voreingenommen, doch dass es diese Diskussion in Tirol gibt, wo so viele vom Wintertourismus leben, kapiere ich überhaupt nicht. Das ist doch ein Trauerspiel.

Die politische Gemengelage vor der Abstimmung wirkt komplex. Was wünschen Sie sich?

Die sollen das Politische weglassen und einmal überlegen, was es wirklich heißt für Tirol, hier die Olympischen Spiele auszurichten oder was es für einen jungen Sportler heißt, die Olympischen Spiele als Ziel vor Augen zu haben. Es wäre ein Aufschwung für uns. Nur aus politischen Gründen dagegen zu sein, geht nicht. Die sollen die Farben weglassen und sich endlich dazu bekennen.

Sie sind nicht nur Olympiasieger, sondern auch Unternehmer. Welche Auswirkungen hätten die Spiele Ihrer Meinung nach für die Gesamtwirtschaft?

Der größte Aufschwung passiert ja nicht im Tourismus irgendwo im Zillertal, sondern bei den Firmen, die das Ganze bauen und dann vielleicht wieder verbessern. Da sind wir alle in einem Boot – vom Elektriker bis zum Baumeister bis zum Installateur bis zum Sportartikelhändler. Das ist unser Land Tirol. Davon leben wir. Und ich hoffe, dass sie das ganz schnell kapieren.

Olympiasieger Leonhard Stock

Leonhard Stock: „Wenn man selbst Olympiasieger ist, kann man Leute, die gegen Olympische Spiele sind, nur schwer verstehen.“ Bild: Olympia-Relax-Hotel

 

Unter diesen Bedingungen kann es Winterspiele in Tirol geben: Das Tirol-Angebot

 

Diesen Post teilen
X

Ihre Anmeldung für aktuelle Tiroler Wirtschaftsnews – Fast geschafft!

Bitte überprüfen Sie Ihren E-Mail-Eingang. Sie erhalten in Kürze unter der angegebenen E-Mail-Adresse eine Nachricht mit einem Bestätigungslink.
Ein Klick auf den Bestätigungslink schließt die Anmeldung ab.

Sehen Sie gegebenenfalls unter „Werbung“ oder „Spamverdacht“ nach, sollten Sie die E-Mail nicht in Ihrem normalen Posteingang finden.

Jetzt Newsletter abonnieren und regelmäßig personalisierte Tiroler Wirtschaftsnews erhalten!
(Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben)

Bitte warten, Sie werden angemeldet!
Bitte füllen Sie alle Felder aus!