„Ideen sind die Währung der Zukunft“

Dass Tirol auch ein Land der Ideen ist, ist vielerorts zu sehen. Ob Industrie, Dienstleistung, Handwerk oder Handel – immer öfter sind es kreative, innovative Leistungen, die den Unterschied im Wettbewerb ausmachen und Firmen und ihre Produkte in Führung bringen.

Nicht die Nachfrage steuert mittlerweile den Markt, sondern smarte Angebote „und dazu braucht es Hirn und optimale Rahmenbedingungen für kreative Prozesse. Das ist mitunter auch ein Grund, warum Ideen als Währung der Zukunft gelten“, betont Thomas Jank, Obmann der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der Tiroler Wirtschaftskammer.

Doch leider, so der Obmann, sind Ideen nicht für alle und jeden gleich bedeutsam: „Was physisch nicht greifbar, ist offenkundig vielerorts auch nichts wert – zumindest kein Geld.“ Diese Ansicht vertritt laut Jank bedauerlicherweise auch die Betriebsleitung der Festwochen der Alten Musik, die mittels Ausschreibung an rund zehn Agenturen zur Präsentation lud und „ …den Gesamtprojektauftrag für sämtliche grafische Belange wie z.B. Programmbuch, Almanache, Plakate, Flyer, Inserate, etc. …“ vergab – „günstigerweise“ als Gratispräsentation.

Daran konnte auch ein telefonisches Gespräch der Fachgruppe Werbung & Marktkommunikation mit der Betriebsleitung der Festwochen der Alten Musik nichts ändern, die sich ob der Kritik eher überrascht zeigte und bekundete, man habe für ein Präsentationshonorar „eben kein Geld“. Eine Denkart die, wenn auch zunehmend anachronistisch, klarmacht, dass jede Projektphase budgetiert ist, bis auf die wichtigste: die Ideenfindung inkl. konkreter Umsetzungsvorschläge!

Zu wenig Wertschätzung für kreative Ideen

„Anstatt also die am besten geeigneten Dienstleister auszuwählen, diese fair für ihre Ideen zu bezahlen und somit ein gutes Ergebnis und Erfolg zu sichern, versuchte man Agenturen aufzutreiben, die es umsonst machen (müssen)“ macht der Obmann seinem Ärger Luft und ergänzt: „Als ob z.B. zehn Metzger aufwändig drapierte Wurst- und Fleischplatten zum Probieren vorlegen und sich neun dann mit einem, leider nix dabei!’ abspeisen lassen würden. So beginnen keine guten Geschäftsbeziehungen in der Wirtschaft – auch nicht in der Kreativwirtschaft.“

Dieser Unsitte sei der Garaus zu machen. „Und freilich wäre alles einfacher, würde es nicht Agenturen und ,Kreative’ geben, die bei diesen Mensch und Werk beleidigenden Schauläufen auch noch mitspielen. Dass immer wieder öffentliche Institutionen mit schlechtem Beispiel vorangehen, ist traurig genug: Dass diese Haltung aber auch in einem von Land und Stadt finanzierten Kreativ- und Kunstbetrieb vertreten wird, ist wohl einzigartig in Österreich. Wie lässt sich die eher prekäre Situation der Kunst- & Kulturszene verbessern, wenn sie selbst die Geringschätzung von kreativer Leistung befördert?“, kann Jank nur den Kopf schütteln.

Die FG Werbung & Marktkommunikation sowie andere namhafte Institutionen des Landes sind gerade dabei, Voraussetzungen für ein zukunftsfähiges „Kreativland Tirol“ zu schaffen. Darin enthalten wird u.a. ein Pakt für Kreativität sein – mit der Forderung, das Potenzial von Kreativprozessen ernst zu nehmen und zu einer echten Managementfunktion zu machen. „Denn in Zukunft werden gute Unternehmen kreative Unternehmen sein! Das wiederum setzt die uneingeschränkte Wertschätzung für Ideen-Arbeit voraus – und die darf schon gar nicht in der eigenen Branche ad absurdum geführt werden“, so der Obmann.

Das spricht gegen eine Gratis-Präsentation

 

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