Kürschnerei Bloder: Einzigartige Kreationen aus Pelz

Die Kürschnerei ist ein urbanes Traditionsurhandwerk, das auf die ältesten Wurzeln der Gesellschaft zurückgeht. Lange Zeit vor gewebten Stoffen sorgten Pelze und Felle bereits als Bekleidung für Menschen.

„Ein Pelzmantel ist ein ressourcenschonendes, ökologisch wertvolles Produkt, das für jeden Körper angenehm zu tragen und natürlich atmungsaktiv ist“, weiß auch der leidenschaftliche Kürschner Peter-Paul Bloder, der seit 1995 bereits in dritter Generation den Familienbetrieb „Bloder“ führt. Für ihn stand nie außer Frage die Ausbildung zum Kürschner zu absolvieren und somit das nach dem Krieg gegründete Pelzgeschäft seiner Vorfahren zu übernehmen.

„Die Übergabe wurde schon während meiner Schulzeit geplant. Ich habe absichtlich die kürzere Handelsschule anstatt der Akademie besucht, um möglichst früh mit meiner Lehre in Frankfurt beginnen und anschließend in den väterlichen Betrieb einsteigen zu können“, so Bloder. Nur mit viel Geduld und jahrelanger Erfahrung bekommt man ein Gespür für dieses zeitintensive und aufwändige Handwerk. Ein einzelner Mantel kann bis zu 200 Stunden Arbeit in Anspruch nehmen, mindestens jedoch eine ganze Arbeitswoche.

Bloder: individuell und modern

Vom gegerbten Naturfell bis zum fertigen Kleidungsstück benötigt es zahlreiche anspruchsvolle und langandauernde Schritte: Die einzelnen Stücke müssen nass vorgespannt, versäubert, nach Farben sortiert, zuerst in Bahnen dann zum großen Stück zusammengesetzt, erneut gespannt und anschließend wieder getrocknet werden, bevor mit dem eigentlichen Schnitt begonnen werden kann. Seine Entwürfe setzt Bloder alle selbst um, fünf Mitarbeiter helfen ihm nur bei einzelnen Näharbeiten oder im Verkauf.

„Ich realisiere meine Ideen in den unterschiedlichen Designs, achte jedoch darauf, dass internationale Vorgaben und Schnitte eingehalten werden“, beschreibt Bloder den kreativen Teil seiner handwerklichen Tätigkeit. Um am Puls der Zeit zu bleiben, bietet Bloder auch Re-Designs alter Pelzmode an. Bis zu vier oder fünf Mal kann aus einem Erbstück ein moderner Hingucker gemacht werden. Direkt neben dem Verkaufsraum in der Innsbruck Altstadt betreibt Bloder eine Schauwerkstatt, um das alte Handwerk für alle Besucher erlebbar zu machen und so nicht ganz in Vergessenheit zu geraten.

Arbeitsintensives Handwerk verschwindet

„Die hohe Kunst der Kürschnerei wird im Laufe der Zeit immer mehr ausradiert, denn eine Arbeitsstunde kostet so viel, dass das Endprodukt unbezahlbar wird“, ist sich Bloder sicher und führt weiter aus: „Wenn ich ein Handwerksstück kaufe, dann erstehe ich zugleich die Zeit und die Lebenseinstellung von demjenigen, der es produziert hat. Leider wird das heutzutage oft nicht mehr wertgeschätzt.“ Zu seinen Stammkunden zählen sowohl Einheimische als auch Gäste, die extra aus dem Ausland anreisen, um einen „Bloder“ zu erstehen. Sie investieren gern in ein robustes Stück, das sie ein Leben lang begleiten wird.

Exaktes Arbeiten in der Schauwerkstatt mit der Kürschnernähmaschine: Einer der vielen Arbeitsschritte von Peter-Paul Bloders Handwerk ist das aneinandernähen einzelner Fellstreifen.

Exaktes Arbeiten in der Schauwerkstatt mit der Kürschnernähmaschine: Einer der vielen Arbeitsschritte von Peter-Paul Bloders Handwerk ist das aneinandernähen einzelner Fellstreifen. Foto: WKT

»Weitere Informationen: www.bloderpelze.at

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