AMS-Chef will Lehrstellenmarkt für Asylwerber öffnen

AMS-Vorstand Johannes Kopf will den Lehrstellenmarkt für junge Flüchtlinge, die auf ihren Asylbescheid warten, weiter öffnen. Für WK-Präsident Jürgen Bodenseer wäre das eine Win-win-Situation.

„Ich bin für eine generelle Öffnung des Lehrstellenmarktes für alle Asylwerber unter 30 Jahren, die eine hohe Anerkennungswahrscheinlichkeit haben“, sagte Kopf in einem „Kurier“-Interview. Aktuell seien das vor allem Syrer.

Während junge Flüchtlinge auf ihren Asylbescheid warten, dürfen sie derzeit nur mit Sonderbewilligung und nur dort, wo ein Fachkräftemangel herrscht, eine Lehre beginnen. Momentan gebe es solche Bewilligungen lediglich für 415 Asylwerber unter 25 Jahren, die meisten davon in Oberösterreich (169), gefolgt von Tirol (62) und Salzburg (43). Diese Lehrstellen mussten sich die Jugendlichen aber selbst oder mithilfe von NGOs und Freiwilligen suchen, das AMS ist für sie bisher nicht zuständig.

Dass Österreichern dadurch Lehrstellen weggenommen werden, glaubt er nicht: „Wir haben aktuell 1.075 freie Lehrstellen mehr als vor einem Jahr und 133 weniger lehrstellensuchende Jugendliche.“ Von den Asylwerbern würden wegen des Bildungsniveaus und noch fehlender Sprachkenntnisse ohnehin nur „wenige hundert“ für die Ausbildungsplätze infrage kommen.

Win-win-Situation

Die Forderung von Kopf ist nicht neu. Bereits vor einem Jahr haben die Sozialpartner der Regierung einen entsprechenden Vorschlag vorgelegt. „Es wäre höchst an der Zeit, die Lehrberufe für die Ausbildung von Asylwerbern mit hoher Anerkennungswahrscheinlichkeit zu öffnen. Das wäre eine Win-win-Situation, die einerseits die Integration erleichtert und vorantreibt, und außerdem wäre es ganz nebenbei ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung des Fachkräftemangels für unsere Betriebe“, so WK-Präsident Jürgen Bodenseer, der den derzeitigen beschränkten Zugang auf Berufe mit Fachkräftemangel zudem für unflexibel und bürokratisch hält.

Gleichzeitig zur Öffnung bräuche es jedoch auch Begleitmaßnahmen, wie den Ausbau der Deutschkurse und den gezielten Qualifikationsaufbau, so der Präsident.

(APA, Red.)

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