Geschenkt?

KOMMENTAR

Die Steuerreform hat viel mit Steuer und wenig mit Reform zu tun. Und geschenkt ist sie schon gar nicht.

Trendwende 2016? Schön wär’s!

Früher, da mussten die Unterraben den Oberraben die Krallen küssen, sobald diese ihrem unwürdigen Volk eine Wohltat angedeihen ließen. Das stellt sich wohl auch eure Bundesregierung so vor – dafür, dass sie euch diese glorreiche Steuerreform geschenkt hat. Geschenkt? Geschenkt ist gar nix! Gut, die Steuertarife sind mit 1. Jänner gesenkt worden. Aber auch nicht mehr, als sie in den letzten Jahren automatisch gestiegen waren, Stichwort Kalte Progression. Außerdem wurden zur „Gegenfinanzierung“ andere Steuern kräftig hinauf geschraubt. Und in drei Jahren wird der ganze Effekt verpufft sein, weil dann die Kalte Progression die schöne Reform heimtückisch wieder aufgefressen hat.

Wenn allerdings 2016 folgende Ereignisse eintreten, solltet ihr erwägen, euren Oberpolitikern die Füße zu küssen: Es könnte sich der Finanzminister im März vor das Mikrofon bewegen und verkünden, dass die endgültige Abschaffung der Kalten Progression nicht nur ein lustiger Wahlkampfgag war, sondern tatsächlich umgesetzt wird. Es könnte der Sozialminister im Juni eine Pressekonferenz geben, in der er zugibt, dass bei Sozialausgaben und Pensionen die Lunte brennt und er mit einer echten Reform die finanzielle Explosion verhindert. Es könnte der Bundeskanzler im September vor die Kameras treten und erklären, dass er seine Ministerien angewiesen hat, jährlich fünf Prozent einzusparen. Und es könnte ein Gewerkschafter den Weihnachtsfrieden im Dezember nutzen und die bahnbrechende Einsicht mitteilen, dass das Wort „Arbeitgeber“ davon kommt, dass diese Leute den Menschen Arbeit geben und man ihnen ein bisschen dabei helfen sollte.

Das alles wäre einen herzlichen Kniefall wert. Doch die Chancen, dass ihr aufrecht stehen bleiben könnt, stehen gut, meint

Euer Rabe

 


Schreiben Sie dem Raben: der@rabe.co.at

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